25:1Da antwortete Bildad von Suah und sprach:
25:2Ist nicht die Herrschaft und Furcht bei ihm, der den Frieden macht unter seinen Höchsten?
25:3Wer will seine Kriegsleute zählen? Und über welchen gehet nicht auf sein Licht?
25:4Und wie mag ein Mensch gerecht vor GOtt sein? Und wie mag rein sein eines Weibes Kind?
25:5Siehe, der Mond scheinet noch nicht, und die Sterne sind noch nicht rein vor seinen Augen;
25:6wieviel weniger ein Mensch, die Made, und ein Menschenkind, der Wurm?
26:1Hiob antwortete und sprach:
26:2Wem stehest du bei? Dem, der keine Kraft hat? Hilfst du dem, der keine Stärke in Armen hat?
26:3Wem gibst du Rat? Dem, der keine Weisheit hat? und zeigest einem Mächtigen, wie er's ausführen soll?
26:4Für wen redest du, und für wen gehet der Odem von dir?
26:5Die Riesen ängsten sich unter den Wassern und die bei ihnen wohnen.
26:6Die Hölle ist aufgedeckt vor ihm, und das Verderben hat keine Decke.
26:7Er breitet aus die Mitternacht nirgend an und hänget die Erde an nichts.
26:8Er fasset das Wasser zusammen in seine Wolken, und die Wolken zerreißen drunter nicht.
26:9Er hält seinen Stuhl und breitet seine Wolken davor.
26:10Er hat um das Wasser ein Ziel gesetzt, bis das Licht samt der Finsternis vergehe.
26:11Die Säulen des Himmels zittern und entsetzen sich vor seinem Schelten.
26:12Vor seiner Kraft wird das Meer plötzlich ungestüm, und vor seinem Verstand erhebet sich die Höhe des Meers.
26:13Am Himmel wird's schön durch seinen Wind, und seine Hand bereitet die gerade Schlange.
26:14Siehe, also gehet sein Tun, aber davon haben wir ein gering Wörtlein vernommen. Wer will aber den Donner seiner Macht verstehen?
27:1Und Hiob fuhr fort und hub an seine Sprüche und sprach:
27:2So wahr GOtt lebt, der mir mein Recht nicht gehen lässet, und der Allmächtige, der meine Seele betrübet,
27:3solange mein Odem in mir ist, und das Schnauben von GOtt in meiner Nase ist:
27:4meine Lippen sollen nichts Unrechts reden, und meine Zunge soll keinen Betrug sagen.
27:5Das sei ferne von mir, daß ich euch recht gebe; bis daß mein Ende kommt, will ich nicht weichen von meiner Frömmigkeit.
27:6Von meiner Gerechtigkeit, die ich habe, will ich nicht lassen; mein Gewissen beißt mich nicht meines ganzen Lebens halber.
27:7Aber mein Feind wird erfunden werden ein Gottloser, und der sich wider mich auflehnet, ein Ungerechter.
27:8Denn was ist die Hoffnung des Heuchlers, daß er so geizig ist, und GOtt doch seine Seele hinreißet?
27:9Meinest du, daß GOtt sein Schreien hören wird, wenn die Angst über ihn kommt?
27:10Wie kann er an dem Allmächtigen Lust haben und GOtt etwa anrufen?
27:11Ich will euch lehren von der Hand GOttes; und was bei dem Allmächtigen gilt, will ich nicht verhehlen.
27:12Siehe, ihr haltet euch alle für klug. Warum gebt ihr denn solch unnütze Dinge vor?
27:13Das ist der Lohn eines gottlosen Menschen bei GOtt und das Erbe der Tyrannen, das sie von dem Allmächtigen nehmen werden.
27:14Wird er viel Kinder haben, so werden sie des Schwerts sein; und seine Nachkömmlinge werden des Brots nicht satt haben.
27:15Seine Übrigen werden im Tode begraben werden, und seine Witwen werden nicht weinen.
27:16Wenn er Geld zusammenbringet wie Erde und sammelt Kleider wie Leimen,
27:17so wird er es wohl bereiten; aber der Gerechte wird es anziehen, und der Unschuldige wird das Geld austeilen.
27:18Er bauet sein Haus wie eine Spinne, und wie ein Hüter einen Schauer machet.
27:19Der Reiche, wenn er sich legt, wird er's nicht mitraffen; er wird seine Augen auftun, und da wird nichts sein.
27:20Es wird ihn Schrecken überfallen wie Wasser; des Nachts wird ihn das Ungewitter wegnehmen.
27:21Der Ostwind wird ihn wegführen, daß er dahinfähret, und Ungestüm wird ihn von seinem Ort treiben.
27:22Er wird solches über ihn führen und wird sein nicht schonen; es wird ihm alles aus seinen Händen entfliehen.
27:23Man wird über ihn mit den Händen klappen und über ihn zischen, da er gewesen ist.