Die Bibel Martin Luther 1545

Die Sprüche Salomos (Author Salomo)

15:1Eine linde Antwort stillet den Zorn; aber ein hart Wort richtet Grimm an.

15:2Der Weisen Zunge macht die Lehre lieblich; der Narren Mund speiet eitel Narrheit.

15:3Die Augen des HErrn schauen an allen Orten beide, die Bösen und Frommen.

15:4Eine heilsame Zunge ist ein Baum des Lebens; aber eine lügenhaftige macht Her

15:5Der Narr lästert die Zucht seines Vaters; wer aber Strafe annimmt, der wird klug werden.

15:6In des Gerechten Hause ist Guts genug aber in dem Einkommen des Gottlosen ist Verderben.

15:7Der Weisen Mund streuet guten Rat; aber der Narren Herz ist nicht also.

15:8Der Gottlosen Opfer ist dem HErrn ein Greuel; aber das Gebet der Frommen ist ihm angenehm.

15:9Des Gottlosen Weg ist dem HErrn ein Greuel; wer aber der Gerechtigkeit nachjagt, der wird geliebet.

15:10Das ist eine böse Zucht, den Weg verlassen; und wer die Strafe hasset, der muß sterben.

15:11Hölle und Verderbnis ist vor dem HErrn; wie viel mehr der Menschen Herzen!

15:12Der Spötter liebt nicht, der ihn straft, und gehet nicht zu den Weisen.

15:13Ein fröhlich Herz macht ein fröhlich Angesicht; aber wenn das Herz bekümmert ist, so fällt auch der Mut.

15:14Ein kluges Herz handelt bedächtiglich; aber die kühnen Narren regieren närrisch.

15:15Ein Betrübter hat nimmer keinen guten Tag; aber ein guter Mut ist ein täglich Wohlleben.

15:16Es ist besser ein wenig mit der Furcht des HErrn denn großer Schatz, darin Unruhe ist.

15:17Es ist besser ein Gericht Kraut mit Liebe denn ein gemästeter Ochse mit Haß.

15:18Ein zorniger Mann richtet Hader an; ein Geduldiger aber stillet den Zank.

15:19Der Weg des Faulen ist dornig; aber der Weg der Frommen ist wohl gebahnet.

15:20Ein weiser Sohn erfreuet den Vater; und ein närrischer Mensch ist seiner Mutter Schande.

15:21Dem Toren ist die Torheit eine Freude; aber ein verständiger Mann bleibt auf dem rechten Wege.

15:22Die Anschläge werden zunichte, wo nicht Rat ist; wo aber viel Ratgeber sind, bestehen sie.

15:23Es ist einem eine Freude, wo man ihm richtig antwortet; und ein Wort zu seiner Zeit ist sehr lieblich.

15:24Der Weg des Lebens gehet überwärts klug zu machen, auf daß man meide die Hölle unterwärts.

15:25Der HErr wird das Haus der Hoffärtigen zerbrechen und die Grenze der Witwen bestätigen.

15:26Die Anschläge des Argen sind dem HErrn ein Greuel; aber tröstlich reden die Reinen.

15:27Der Geizige verstöret sein eigen Haus; wer aber Geschenk hasset, der wird leben.

15:28Das Herz des Gerechten dichtet, was zu antworten ist; aber der Mund der Gottlosen schäumet Böses.

15:29Der HErr ist ferne von den Gottlosen; aber der Gerechten Gebet erhöret er.

15:30Freundlicher Anblick erfreuet das Herz; ein gut Gerücht macht das Gebeine fett.

15:31Das Ohr, das da höret die Strafe des Lebens, wird unter den Weisen wohnen.

15:32Wer sich nicht ziehen läßt, der macht sich selbst zunichte; wer aber Strafe höret, der wird klug.

15:33Die Furcht des HErrn ist Zucht zur Weisheit; und ehe man zu Ehren kommt, muß man zuvor leiden.

16:1Der Mensch setzt ihm wohl vor im Herzen; aber vom HErrn kommt, was die Zunge reden soll.

16:2Einen jeglichen dünken seine Wege rein sein; aber allein der HErr macht das Herz gewiß.

16:3Befiehl dem HErrn deine Werke, so werden deine Anschläge fortgehen.

16:4Der HErr macht alles um sein selbst willen, auch den Gottlosen zum bösen Tage.

16:5Ein stolz Herz ist dem HErrn ein Greuel und wird nicht ungestraft bleiben, wenn sie sich gleich alle aneinander hängen.

16:6Durch Güte und Treue wird Missetat versöhnet; und durch die Furcht des HErrn meidet man das Böse.

16:7Wenn jemands Wege dem HErrn wohlgefallen, so macht er auch seine Feinde mit ihm zufrieden.

16:8Es ist besser wenig mit Gerechtigkeit denn viel Einkommens mit Unrecht.

16:9Des Menschen Herz schlägt seinen Weg an, aber der HErr allein gibt, daß er fortgehe.

16:10Weissagung ist in dem Munde des Königs; sein Mund fehlet nicht im Gericht.

16:11Rechte Waage und Gewicht ist vom HErrn; und alle Pfunde im Sack sind seine Werke.

16:12Vor den Königen unrecht tun, ist ein Greuel; denn durch Gerechtigkeit wird der Thron bestätiget.

16:13Recht raten gefällt den Königen; und wer gleich zu rät, wird geliebet.

16:14Des Königs Grimm ist ein Bote des Todes; aber ein weiser Mann wird ihn versöhnen.

16:15Wenn des Königs Angesicht freundlich ist, das ist Leben; und seine Gnade ist wie ein Abendregen.

16:16Nimm an die Weisheit, denn sie ist besser weder Gold, und Verstand haben ist edler denn Silber.

16:17Der Frommen Weg meidet das Arge; und wer seinen Weg bewahret, der behält sein Leben.

16:18Wer zugrund gehen soll, der wird zuvor stolz; und stolzer Mut kommt vor dem Fall.

16:19Es ist besser niedriges Gemüts sein mit den Elenden, denn Raub austeilen mit den Hoffärtigen.

16:20Wer eine Sache klüglich führet, der findet Glück; und wohl dem, der sich auf den HErrn verläßt.

16:21Ein Verständiger wird gerühmet für einen weisen Mann, und liebliche Reden lehren wohl.

16:22Klugheit ist ein lebendiger Brunn dem, der sie hat; aber die Zucht der Narren ist Narrheit.

16:23Ein weises Herz redet klüglich und lehret wohl.

16:24Die Reden des Freundlichen sind Honigseim, trösten die Seele und erfrischen die Gebeine.

16:25Manchem gefällt ein Weg wohl; aber sein Letztes reicht zum Tode.

16:26Mancher kommt zu großem Unglück durch sein eigen Maul.

16:27Ein loser Mensch gräbt nach Unglück, und in seinem Maul brennet Feuer.

16:28Ein verkehrter Mensch richtet Hader an, und ein Verleumder macht Fürsten uneins.

16:29Ein Frevler locket seinen Nächsten und führet ihn auf keinen guten Weg.

16:30Wer mit den Augen winkt, denkt nicht Gutes; und wer mit den Lippen deutet, vollbringet Böses.

16:31Graue Haare sind eine Krone der Ehren, die auf dem Wege der Gerechtigkeit funden werden.

16:32Ein Geduldiger ist besser denn ein Starker, und der seines Muts Herr ist, denn der Städte gewinnet.

16:33Los wird geworfen in den Schoß; aber es fället, wie der HErr will.

17:1Es ist ein trockner Bissen, daran man sich genügen läßt, besser denn ein Haus voll Geschlachtetes mit Hader.

17:2Ein kluger Knecht wird herrschen über unfleißige Erben und wird unter den Brüdern das Erbe austeilen.

17:3Wie das Feuer Silber und der Ofen Gold, also prüfet der HErr die Herzen.

17:4Ein Böser achtet auf böse Mäuler, und ein Falscher gehorcht gerne schädlichen Zungen.

17:5Wer des Dürftigen spottet, der höhnet desselben Schöpfer; und wer sich seines Unfalls freuet, wird nicht ungestraft bleiben.

17:6Der Alten Krone sind Kindeskinder, und der Kinder Ehre sind ihre Väter.

17:7Es stehet einem Narren nicht wohl an, von hohen Dingen reden, viel weniger einem Fürsten, daß er gerne lüget.

17:8Wer zu schenken hat, dem ist's wie ein Edelstein; wo er sich hinkehret, ist er klug geachtet.

17:9Wer Sünde zudeckt, der macht Freundschaft; wer aber die Sache aufrührt, der macht Fürsten uneins.

17:10Schelten schreckt mehr an dem Verständigen denn hundert Schläge an dem Narren.

17:11Ein bitterer Mensch trachtet Schaden zu tun; aber es wird ein grausamer Engel über ihn kommen.

17:12Es ist besser, einem Bären begegnen, dem die Jungen geraubet sind, denn einem Narren in seiner Narrheit.

17:13Wer Gutes mit Bösem vergilt, von des Hause wird Böses nicht lassen.

17:14Wer Hader anfähet, ist gleich, als der dem Wasser den Damm aufreißt. Laß du vom Hader, ehe du drein gemenget wirst.

17:15Wer den Gottlosen recht spricht und den Gerechten verdammet, die sind beide dem HErrn ein Greuel.

17:16Was soll dem Narren Geld in der Hand, Weisheit zu kaufen, so er doch ein Narr ist?

17:17Ein Freund liebet allezeit, und ein Bruder wird in der Not erfunden.

17:18Es ist ein Narr, der an die Hand gelobet und Bürge wird für seinen Nächsten.

17:19Wer Zank liebt, der liebt Sünde; und wer seine Tür hoch macht, ringet nach Unglück.

17:20Ein verkehrt Herz findet nichts Gutes, und der verkehrter Zunge ist, wird in Unglück fallen.

17:21Wer einen Narren zeuget, der hat Grämen, und eines Narren Vater hat keine Freude.

17:22Ein fröhlich Herz macht das Leben lustig; aber ein betrübter Mut vertrocknet das Gebeine.

17:23Der Gottlose nimmt heimlich gern Geschenke, zu beugen den Weg des Rechts.

17:24Ein Verständiger gebärdet weislich; ein Narr wirft die Augen hin und her.

17:25Ein närrischer Sohn ist seines Vaters Trauern und Betrübnis seiner Mutter, die ihn geboren hat.

17:26Es ist nicht gut, daß man den Gerechten schindet, den Fürsten zu schlagen, der recht regieret.

17:27Ein Vernünftiger mäßiget seine Rede, und ein verständiger Mann ist eine teure Seele.

17:28Ein Narr, wenn er schwiege, würde auch weise gerechnet und verständig, wenn er das Maul hielte.

18:1Wer sich absondert, der sucht, was ihn gelüstet, und setzt sich wider alles, was gut ist.

18:2Ein Narr hat nicht Lust am Verstand, sondern was in seinem Herzen steckt.

18:3Wo der Gottlose hinkommt, da kommt Verachtung und Schmach mit Hohn.

18:4Die Worte in eines Munde sind wie tiefe Wasser, und die Quelle der Weisheit ist ein voller Strom.

18:5Es ist nicht gut, die Person des Gottlosen achten, zu beugen den Gerechten im Gericht.

18:6Die Lippen des Narren bringen Zank, und sein Mund ringet nach Schlägen.

18:7Der Mund des Narren schadet ihm selbst, und seine Lippen fahen seine eigene Seele.

18:8Die Worte des Verleumders sind Schläge und gehen einem durchs Herz.

18:9Wer laß ist in seiner Arbeit, der ist ein Bruder des, der das Seine umbringet.

18:10Der Name des HErrn ist ein festes Schloß; der Gerechte läuft dahin und wird beschirmet.

18:11Das Gut des Reichen ist ihm eine feste Stadt und wie eine hohe Mauer um ihn her.

18:12Wenn einer zugrund gehen soll, wird sein Herz zuvor stolz; und ehe man zu Ehren kommt, muß man zuvor leiden.

18:13Wer antwortet, ehe er höret, dem ist's Narrheit und Schande.

18:14Wer ein fröhlich Herz hat, der weiß sich in seinem Leiden zu halten; wenn aber der Mut liegt, wer kann's tragen?

18:15Ein verständig Herz weiß sich vernünftiglich zu halten, und die Weisen hören gern, daß man vernünftiglich handelt.

18:16Das Geschenk des Menschen macht ihm Raum und bringt ihn vor die großen Herren.

18:17Der Gerechte ist seiner Sache zuvor gewiß; kommt sein Nächster, so findet er ihn also.

18:18Das Los stillet den Hader und scheidet zwischen den Mächtigen.

18:19Ein verletzter Bruder hält härter denn eine feste Stadt; und Zank hält härter denn Riegel am Palast.

18:20Einem Mann wird vergolten, danach sein Mund geredet hat, und wird gesättiget von der Frucht seiner Lippen.

18:21Tod und Leben steht in der Zunge Gewalt; wer sie liebet, der wird von ihrer Frucht essen.

18:22Wer eine Ehefrau findet, der findet was Gutes und bekommt Wohlgefallen vom HErrn.

18:23Ein Armer redet mit Flehen; ein Reicher antwortet stolz.

18:24Ein treuer Freund liebet mehr und steht fester bei denn ein Bruder.



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