100:1Jauchzet dem HErrn, alle Welt!
100:2Dienet dem HErrn mit Freuden; kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken!
100:3Erkennet, daß der HErr GOtt ist! Er hat uns gemacht, und nicht wir selbst zu seinem Volk und zu Schafen seiner Weide.
100:4Gehet zu seinen Toren ein mit Danken, zu seinen Vorhöfen mit Loben; danket ihm, lobet seinen Namen!
100:5Denn der HErr ist freundlich, und seine Gnade währet ewig und seine Wahrheit für und für.
101:0Ein Psalm Davids.
101:1Von Gnade und Recht will ich singen und dir, HErr, lobsagen.
101:2Ich handle vorsichtig und redlich bei denen, die mir zugehören, und wandle treulich in meinem Hause.
101:3Ich nehme mir keine böse Sache vor. Ich hasse den Übertreter und lasse ihn nicht bei mir bleiben.
101:4Ein verkehret Herz muß von mir weichen; den Bösen leide ich nicht.
101:5Der seinen Nächsten heimlich verleumdet, den vertilge ich. Ich mag des nicht, der stolze Gebärden und hohen Mut hat.
101:6Meine Augen sehen nach den Treuen im Lande, daß sie bei mir wohnen, und habe gerne fromme Diener.
101:7Falsche Leute halte ich nicht in meinem Hause; die Lügner gedeihen nicht bei mir.
101:8Frühe vertilge ich alle Gottlosen im Lande, daß ich alle Übeltäter ausrotte aus der Stadt des HErrn.
102:0Ein Gebet des Elenden, so er betrübt ist und seine Klage vor dem HErrn ausschüttet.
102:1HErr, höre mein Gebet und laß mein Schreien zu dir kommen!
102:2Verbirg dein Antlitz nicht vor mir in der Not; neige deine Ohren zu mir; wenn ich dich anrufe, so erhöre mich bald!
102:3Denn meine Tage sind vergangen wie ein Rauch, und meine Gebeine sind verbrannt wie ein Brand.
102:4Mein Herz ist geschlagen und verdorret wie Gras, daß ich auch vergesse, mein Brot zu essen.
102:5Mein Gebein klebt an meinem Fleisch vor Heulen und Seufzen.
102:6Ich bin gleich wie eine Rohrdommel in der Wüste; ich bin gleich wie ein Käuzlein in den verstörten Stätten.
102:7Ich wache und bin wie ein einsamer Vogel auf dem Dache.
102:8Täglich schmähen mich meine Feinde; und die mich spotten, schwören bei mir.
102:9Denn ich esse Asche wie Brot und mische meinen Trank mit Weinen
102:10vor deinem Dräuen und Zorn, daß du mich aufgehoben und zu Boden gestoßen hast.
102:11Meine Tage sind dahin wie ein Schatten; und ich verdorre wie Gras.
102:12Du aber, HErr, bleibest ewiglich und dein Gedächtnis für und für.
102:13Du wollest dich aufmachen und über Zion erbarmen; denn es ist Zeit, daß du ihr gnädig seiest, und die Stunde ist kommen.
102:14Denn deine Knechte wollten gerne, daß sie gebauet würde, und sähen gerne, daß ihre Steine und Kalk zugerichtet würden;
102:15daß die Heiden den Namen des HErrn fürchten und alle Könige auf Erden deine Ehre;
102:16daß der HErr Zion bauet und erscheinet in seiner Ehre.
102:17Er wendet sich zum Gebet der Verlassenen und verschmähet ihr Gebet nicht.
102:18Das werde geschrieben auf die Nachkommen; und das Volk, das geschaffen soll werden, wird den HErrn loben.
102:19Denn er schauet von seiner heiligen Höhe, und der HErr siehet vom Himmel auf Erden,
102:20daß er das Seufzen des Gefangenen höre und losmache die Kinder des Todes,
102:21auf daß sie zu Zion predigen den Namen des HErrn und sein Lob zu Jerusalem,
102:22wenn die Völker zusammenkommen und die Königreiche, dem HErrn zu dienen.
102:23Er demütiget auf dem Wege meine Kraft; er verkürzet meine Tage.
102:24Ich sage: Mein GOtt, nimm mich nicht weg in der Hälfte meiner Tage! Deine Jahre währen für und für.
102:25Du hast vorhin die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner Hände Werk.
102:26Sie werden vergehen, aber du bleibest. Sie werden alle veralten wie ein Gewand; sie werden verwandelt wie ein Kleid, wenn du sie verwandeln wirst.
102:27Du aber bleibest, wie du bist, und deine Jahre nehmen kein Ende.
102:28Die Kinder deiner Knechte werden bleiben, und ihr Same wird vor dir gedeihen.