Die Bibel Martin Luther 1545

Der Psalter (Author Mose, David, Solomon, Asaphs, Heman, Ethan, sons of Korah, compiled by Esra)

Kapitel 103

1Lobe den HErrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen!2Lobe den HErrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat,3der dir alle deine Sünden vergibt und heilet alle deine Gebrechen,4der dein Leben vom Verderben erlöset, der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit,5der deinen Mund fröhlich machet, und du wieder jung wirst wie ein Adler.6Der HErr schaffet Gerechtigkeit und Gericht allen, die Unrecht leiden.7Er hat seine Wege Mose wissen lassen, die Kinder Israel sein Tun.8Barmherzig und gnädig ist der HErr, geduldig und von großer Güte.9Er wird nicht immer hadern, noch ewiglich Zorn halten.10Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden und vergilt uns nicht nach unserer Missetat.11Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, läßt er seine Gnade walten über die, so ihn fürchten.12So ferne der Morgen ist vom Abend, lässet er unsere Übertretung von uns sein.13Wie sich ein Vater über Kinder erbarmet, so erbarmet sich der HErr über die, so ihn fürchten.14Denn er kennet, was für ein Gemächte wir sind; er gedenket daran, daß wir Staub sind.15Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras; er blühet wie eine Blume auf dem Felde.16Wenn der Wind darüber geht, so ist sie nimmer da, und ihre Stätte kennet sie nicht mehr.17Die Gnade aber des HErrn währet von Ewigkeit zu Ewigkeit über die, so ihn fürchten, und seine Gerechtigkeit auf Kindeskind18bei denen, die seinen Bund halten und gedenken an seine Gebote, daß sie danach tun.19Der HErr hat seinen Stuhl im Himmel bereitet, und sein Reich herrschet über alles.20Lobet den HErrn, ihr seine Engel, ihr starken Helden, die ihr seinen Befehl ausrichtet, daß man höre die Stimme seines Worts.21Lobet den HErrn, alle seine Heerscharen, seine Diener, die ihr seinen Willen tut!22Lobet den HErrn, alle seine Werke, an allen Orten seiner Herrschaft! Lobe den HErrn, meine Seele!

Kapitel 104

1Lobe den HErrn, meine Seele! HErr, mein GOtt, du bist sehr herrlich; du bist schön und prächtig geschmückt.2Licht ist dein Kleid, das du anhast. Du breitest aus den Himmel wie einen Teppich;3du wölbest es oben mit Wasser; du fährest auf den Wolken wie auf einem Wagen und gehest auf den Fittichen des Windes4der du machest deine Engel zu Winden und deine Diener zu Feuerflammen;5der du das Erdreich gründest auf seinen Boden, daß es bleibt immer und ewiglich.6Mit der Tiefe deckest du es wie mit einem Kleid, und Wasser stehen über den Bergen.7Aber von deinem Schelten fliehen sie, von deinem Donner fahren sie dahin.8Die Berge gehen hoch hervor, und die Breiten setzen sich herunter zum Ort, den du ihnen gegründet hast.9Du hast eine Grenze gesetzt, darüber kommen sie nicht, und müssen nicht wiederum das Erdreich bedecken.10Du lässest Brunnen quellen in den Gründen, daß die Wasser zwischen den Bergen hinfließen,11daß alle Tiere auf dem Felde trinken und das Wild seinen Durst lösche.12An denselben sitzen die Vögel des Himmels und singen unter den Zweigen.13Du feuchtest die Berge von oben her; du machest das Land voll Früchte, die du schaffest.14Du lässest Gras wachsen für das Vieh und Saat zu Nutz den Menschen, daß du Brot aus der Erde bringest,15und daß der Wein erfreue des Menschen Herz und seine Gestalt schön werde von Öl, und das Brot des Menschen Herz stärke;16daß die Bäume des HErrn voll Safts stehen, die Zedern Libanons, die er gepflanzet hat.17Daselbst nisten die Vögel, und die Reiher wohnen auf den Tannen.18Die hohen Berge sind der Gemsen Zuflucht und die Steinklüfte der Kaninchen.19Du machest den Mond, das Jahr danach zu teilen; die Sonne weiß ihren Niedergang.20Du machest Finsternis, daß Nacht wird; da regen sich alle wilden Tiere,21die jungen Löwen, die da brüllen nach dem Raub und ihre Speise suchen von GOtt.22Wenn aber die Sonne aufgehet, heben sie sich davon und legen sich in ihre Löcher.23So gehet denn der Mensch aus an seine Arbeit und an sein Ackerwerk bis an den Abend.24HErr, wie sind deine Werke so groß und viel! Du hast sie alle weislich geordnet und die Erde ist voll deiner Güter.25Das Meer, das so groß und weit ist, da wimmelt's ohne Zahl, beide große und kleine Tiere.26Daselbst gehen die Schiffe; da sind Walfische, die du gemacht hast, daß sie drinnen scherzen.27Es wartet alles auf dich, daß du ihnen Speise gebest zu seiner Zeit.28Wenn du ihnen gibst, so sammeln sie; wenn du deine Hand auftust, so werden sie mit Gut gesättiget.29Verbirgest du dein Angesicht, so erschrecken sie; du nimmst weg ihren Odem, so vergehen sie und werden wieder zu Staub.30Du lässest aus deinen Odem, so werden sie geschaffen, und verneuerst die Gestalt der Erde.31Die Ehre des HErrn ist ewig; der HErr hat Wohlgefallen an seinen Werken.32Er schauet die Erde an, so bebet sie; er rühret die Berge an, so rauchen sie.33Ich will dem HErrn singen mein Leben lang und meinen GOtt loben, solange ich bin.34Meine Rede müsse ihm wohlgefallen. Ich freue mich des HErrn.35Der Sünder müsse ein Ende werden auf Erden, und die Gottlosen nicht mehr sein! Lobe den HErrn, meine Seele! Halleluja!

Kapitel 105

1Danket dem HErrn und prediget seinen Namen; verkündiget sein Tun unter den Völkern;2singet von ihm und lobet ihn; redet von allen seinen Wundern;3rühmet seinen heiligen Namen; es freue sich das Herz derer, die den HErrn suchen!4Fraget nach dem HErrn und nach seiner Macht; suchet sein Antlitz allewege!5Gedenket seiner Wunderwerke, die er getan hat, seiner Wunder und seines Worts,6ihr, der Same Abrahams, seines Knechts, ihr Kinder Jakobs, seine Auserwählten!7Er ist der HErr, unser GOtt; er richtet in aller Welt.8Er gedenket ewiglich an seinen Bund, des Worts, das er verheißen hat auf viel tausend für und für9den er gemacht hat mit Abraham, und des Eides mit Isaak,10und stellete dasselbige Jakob zu einem Recht und Israel zum ewigen Bunde11und sprach: Dir will ich das Land Kanaan geben, das Los eures Erbes,12da sie wenig und geringe waren und Fremdlinge drinnen.13Und sie zogen von Volk zu Volk, von einem Königreiche zum andern Volk.14Er ließ keinen Menschen ihnen Schaden tun und strafte Könige um ihretwillen.15Tastet meine Gesalbten nicht an und tut meinen Propheten kein Leid!16Und er ließ eine Teurung ins Land kommen und entzog allen Vorrat des Brots.17Er sandte einen Mann vor ihnen hin; Joseph ward zum Knechte verkauft.18Sie zwangen seine Füße im Stock, sein Leib mußte in Eisen liegen,19bis daß sein Wort kam und die Rede des Herrn ihn durchläuterte.20Da sandte der König hin und ließ ihn losgeben, der Herr über Völker hieß ihn auslassen.21Er setzte ihn zum Herrn über sein Haus, zum Herrscher über alle seine Güter,22daß er seine Fürsten unterweisete nach seiner Weise und seine Ältesten Weisheit lehrete.23Und Israel zog nach Ägypten, und Jakob ward ein Fremdling im Lande Hams.24Und er ließ sein Volk sehr wachsen und machte sie mächtiger denn ihre Feinde.25Er verkehrete jener Herz, daß sie seinem Volk gram wurden und dachten seine Knechte mit List zu dämpfen.26Er sandte seinen Knecht Mose, Aaron, den er hatte erwählet.27Dieselben taten seine Zeichen unter ihnen und seine Wunder im Lande Hams.28Er ließ Finsternis kommen und machte es finster; und waren nicht ungehorsam seinen Worten.29Er verwandelte ihre Wasser in Blut und tötete ihre Fische.30Ihr Land wimmelte Kröten heraus in den Kammern ihrer Könige.31Er sprach, da kam Ungeziefer, Läuse, in allen ihren Grenzen.32Er gab ihnen Hagel zum Regen, Feuerflammen in ihrem Lande;33und schlug ihre Weinstöcke und Feigenbäume und zerbrach die Bäume in ihren Grenzen.34Er sprach, da kamen Heuschrecken und Käfer ohne Zahl.35Und sie fraßen alles Gras in ihrem Lande und fraßen die Früchte auf ihrem Felde.36Und schlug alle Erstgeburt in Ägypten, alle ihre ersten Erben.37Und führete sie aus mit Silber und Golde; und war kein Gebrechlicher unter ihren Stämmen.38Ägypten ward froh, daß sie auszogen; denn ihre Furcht war auf sie gefallen.39Er breitete eine Wolke aus zur Decke und ein Feuer des Nachts zu leuchten.40Sie baten, da ließ er Wachteln kommen; und er sättigte sie mit Himmelbrot.41Er öffnete den Felsen, da flossen Wasser aus, daß Bäche liefen in der dürren Wüste.42Denn er gedachte an sein heiliges Wort, Abraham, seinem Knechte, geredet.43Also führete er sein Volk aus mit Freuden und seine Auserwählten mit Wonne44und gab ihnen die Länder der Heiden, daß sie die Güter der Völker einnahmen45auf daß sie halten sollten seine Rechte und seine Gesetze bewahren. Halleluja!



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