Die Bibel Martin Luther 1545

Der Psalter (Author Mose, David, Solomon, Asaphs, Heman, Ethan, sons of Korah, compiled by Esra)

Kapitel 106

1Halleluja! Danket dem HErrn; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.2Wer kann die großen Taten des HErrn ausreden und alle seine löblichen Werke preisen?3Wohl denen, die das Gebot halten und tun immerdar recht!4HErr, gedenke mein nach der Gnade, die du deinem Volk verheißen hast; beweise uns deine Hilfe,5daß wir sehen mögen die Wohlfahrt deiner Auserwählten und uns freuen, daß es deinem Volk wohlgehet, und uns rühmen mit deinem Erbteil.6Wir haben gesündiget samt unsern Vätern; wir haben mißgehandelt und sind gottlos gewesen.7Unsere Väter in Ägypten wollten deine Wunder nicht verstehen; sie gedachten nicht an deine große Güte und waren ungehorsam am Meer, nämlich am Schilfmeer.8Er half ihnen aber um seines Namens willen, daß er seine Macht beweisete.9Und er schalt das Schilfmeer, da ward's trocken; und führete sie durch die Tiefe wie in einer Wüste;10und half ihnen von der Hand des, der, sie hassete, und erlösete sie von der Hand des Feindes11Und die Wasser ersäuften ihre Widersacher, daß nicht einer überblieb.12Da glaubten sie an seine Worte und sangen sein Lob.13Aber sie vergaßen bald seiner Werke; sie warteten nicht seines Rats.14Und sie wurden lüstern in der Wüste und versuchten GOtt in der Einöde.15Er aber gab ihnen ihre Bitte und sandte ihnen genug, bis ihnen davor ekelte.16Und sie empörten sich wider Mose im Lager, wider Aaron, den Heiligen des HErrn.17Die Erde tat sich auf und verschlang Dathan und deckte zu die Rotte Abirams.18Und Feuer ward unter ihrer Rotte angezündet; die Flamme verbrannte die Gottlosen.19Sie machten ein Kalb in Horeb und beteten an das gegossene Bild;20und verwandelten ihre Ehre in ein Gleichnis eines Ochsen, der Gras isset.21Sie vergaßen GOttes, ihres Heilandes, der so große Dinge in Ägypten getan hatte,22Wunder im Lande Hams und schreckliche Werke am Schilfmeer.23Und er sprach, er wollte sie vertilgen, wo nicht Mose, sein Auserwählter, den Riß aufgehalten hätte, seinen Grimm abzuwenden, auf daß er sie nicht gar verderbete.24Und sie verachteten das liebe Land; sie glaubten seinem Wort nicht25und murreten in ihren Hütten; sie gehorchten der Stimme des HErrn nicht.26Und er hub auf seine Hand wider sie, daß er sie niederschlüge in der Wüste27und würfe ihren Samen unter die Heiden und streuete sie in die Länder.28Und sie hingen sich an den Baal Peor und aßen von den Opfern der toten Götzen29und erzürneten ihn mit ihrem Tun; da riß auch die Plage unter sie.30Da trat zu Pinehas und schlichtete die Sache; da ward der Plage gesteuert,31und ward ihm gerechnet zur Gerechtigkeit für und für ewiglich.32Und sie erzürneten ihn am Haderwasser; und sie zerplagten den Mose übel.33Denn sie betrübten ihm sein Herz, daß ihm etliche Worte entfuhren.34Auch vertilgten sie die Völker nicht, wie sie doch der HErr geheißen hatte,35sondern sie mengeten sich unter die Heiden und lernten derselben Werke36und dieneten ihren Götzen, die gerieten ihnen zum Ärgernis.37Und sie opferten ihre Söhne und ihre Töchter den Teufeln38und vergossen unschuldig Blut, das Blut ihrer Söhne und ihrer Töchter, die sie opferten den Götzen Kanaans, daß das Land mit Blutschulden befleckt ward;39und verunreinigten sich mit ihren Werken und hureten mit ihrem Tun.40Da ergrimmete der Zorn des HErrn über sein Volk und gewann einen Greuel an seinem Erbe41und gab sie in die Hand der Heiden, daß über sie herrscheten, die ihnen gram waren.42Und ihre Feinde ängsteten sie; und wurden gedemütiget unter ihre Hände.43Er errettete sie oftmals; aber sie erzürneten ihn mit ihrem Vornehmen und wurden wenig um ihrer Missetat willen.44Und er sah ihre Not an, da er ihre Klage hörete,45und gedachte an seinen Bund, mit ihnen gemacht. Und reuete ihn nach seiner großen Güte46und ließ sie zur Barmherzigkeit kommen vor allen, die sie gefangen hatten.47Hilf uns, HErr, unser GOtt, und bringe uns zusammen aus den Heiden, daß wir danken deinem heiligen Namen und rühmen dein Lob!48Gelobet sei der HErr, der GOtt Israels, von Ewigkeit zu Ewigkeit, und alles Volk spreche: Amen, Halleluja!

Kapitel 107

1Danket dem HErrn; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.2Saget, die ihr erlöset seid durch den HErrn, die er aus der Not erlöset hat3und die er aus den Ländern zusammengebracht hat vom Aufgang, vom Niedergang, von Mitternacht und vom Meer;4die irregingen in der Wüste, in ungebahntem Wege, und fanden keine Stadt, da sie wohnen konnten,5hungrig und durstig und ihre Seele verschmachtet;6und sie zum HErrn riefen in ihrer Not, und er sie errettete aus ihren Ängsten7und führete sie einen richtigen Weg, daß sie gingen zur Stadt, da sie wohnen konnten:8die sollen dem HErrn danken um seine Güte und um seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut,9daß er sättiget die durstige Seele und füllet die hungrige Seele mit Gutem.10Die da sitzen mußten in Finsternis und Dunkel, gefangen im Zwang und Eisen,11darum daß sie GOttes Geboten ungehorsam gewesen waren und das Gesetz des Höchsten geschändet hatten;12darum mußte ihr Herz mit Unglück geplagt werden, daß sie dalagen, und ihnen niemand half;13und sie zum HErrn riefen in ihrer Not, und er ihnen half aus ihren Ängsten14und sie aus der Finsternis und Dunkel führete und ihre Bande zerriß:15die sollen dem HErrn danken um seine Güte und um seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut,16daß er zerbricht eherne Türen und zerschlägt eiserne Riegel.17Die Narren, so geplaget waren um ihrer Übertretung willen und um ihrer Sünde willen,18daß ihnen ekelte vor aller Speise und wurden todkrank;19und sie zum HErrn riefen in ihrer Not, und er ihnen half aus ihren Ängsten;20er sandte sein Wort und machte sie gesund und errettete sie, daß sie nicht starben:21die sollen dem HErrn danken um seine Güte und um seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut,22und Dank opfern und erzählen seine Werke mit Freuden.23Die mit Schiffen auf dem Meer fuhren und trieben ihren Handel in großen Wassern;24die des HErrn Werke erfahren haben und seine Wunder im Meer,25wenn er sprach und einen Sturmwind erregte, der die Wellen erhub,26und sie gen Himmel fuhren und in den Abgrund fuhren, daß ihre Seele vor Angst verzagte,27daß sie taumelten und wankten wie ein Trunkener und wußten keinen Rat mehr;28und sie zum HErrn schrieen in ihrer Not, und er sie aus ihren Ängsten führete29und stillete das Ungewitter, daß die Wellen sich legten,30und sie froh wurden, daß es stille worden war, und er sie zu Lande brachte nach ihrem Wunsch:31die sollen dem HErrn danken um seine Güte und um seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut,32und ihn bei der Gemeine preisen und bei den Alten rühmen.33Die, welchen ihre Bäche vertrocknet und die Wasserquellen versieget waren,34daß ein fruchtbar Land nichts trug um der Bosheit willen derer, die drinnen wohneten;35und er das Trockne wiederum wasserreich machte und im dürren Lande Wasserquellen;36und die Hungrigen dahin gesetzt hat, daß sie eine Stadt zurichteten, da sie wohnen könnten,37und Acker besäen und Weinberge pflanzen möchten und die jährlichen Früchte kriegten;38und er sie segnete, daß sie sich fast mehreten, und ihnen viel Viehes gab;39die, welch niedergedrückt und geschwächt waren von dem Bösen, der sie gezwungen und gedrungen hatte,40da Verachtung auf die Fürsten geschüttet war, daß alles irrig und wüste stund;41und er den Armen schützte vor Elend und sein Geschlecht wie eine Herde mehrete.42Solches werden die Frommen sehen und sich freuen; und aller Bosheit wird das Maul gestopft werden.43Wer ist weise und behält dies? So werden sie merken, wieviel Wohltat der HErr erzeiget.

Kapitel 108

Ein Psalmlied Davids.1GOtt, es ist mein rechter Ernst; ich will singen und dichten, meine Ehre auch.2Wohlauf, Psalter und Harfen! Ich will früh auf sein.3Ich will dir danken, HErr, unter den Völkern, ich will dir lobsingen unter den Leuten.4Denn deine Gnade reicht, soweit der Himmel ist, und deine Wahrheit, soweit die Wolken gehen.5Erhebe dich, GOtt, über den Himmel und deine Ehre über alle Lande,6auf daß deine lieben Freunde erlediget werden. Hilf mit deiner Rechten und erhöre mich!7GOtt redet in seinem Heiligtum; des bin ich froh und will Sichem teilen und das Tal Suchoth abmessen.8Gilead ist mein, Manasse ist auch mein und Ephraim ist die Macht meines Haupts, Juda ist mein Fürst,9Moab ist mein Waschtöpfen; ich will meinen Schuh über Edom strecken; über die Philister will ich jauchzen.10Wer will mich führen in eine feste Stadt? Wer wird mich leiten nach Edom?11Wirst du es nicht tun, GOtt, der du uns verstößest und zeuchst nicht aus, GOtt, mit unserm Heer?12Schaffe uns Beistand in der Not, denn Menschenhilfe ist kein nütze.13Mit GOtt wollen wir Taten tun. Er wird unsere Feinde untertreten.



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