Die Bibel Martin Luther 1545

Der Psalter (Author Mose, David, Solomon, Asaphs, Heman, Ethan, sons of Korah, compiled by Esra)

Kapitel 37

1Erzürne dich nicht über die Bösen; sei nicht neidisch über die Übeltäter!2Denn wie das Gras werden sie bald abgehauen und wie das grüne Kraut werden sie verwelken.3Hoffe auf den HErrn und tue Gutes; bleibe im Lande und nähre dich redlich.4Habe deine Lust am HErrn; der wird dir geben, was dein Herz wünschet.5Befiehl dem HErrn deine Wege und hoffe auf ihn; er wird's wohl machen6und wird deine Gerechtigkeit hervor bringen wie das Licht und dein Recht wie den Mittag.7Sei stille dem HErrn und warte auf ihn! Erzürne dich nicht über den, dem sein Mutwille glücklich fortgehet.8Stehe ab vom Zorn und laß den Grimm; erzürne dich nicht, daß du auch übel tust.9Denn die Bösen werden ausgerottet; die aber des HErrn harren, werden das Land erben.10Es ist noch um ein kleines, so ist der Gottlose nimmer; und wenn du nach seiner Stätte sehen wirst, wird er weg sein.11Aber die Elenden werden das Land erben und Lust haben in großem Frieden.12Der Gottlose dräuet dem Gerechten und beißet seine Zähne zusammen über ihn.13Aber der HErr lachet sein; denn er siehet, daß sein Tag kommt.14Die Gottlosen ziehen das Schwert aus und spannen ihren Bogen, daß sie fällen den Elenden und Armen und schlachten die Frommen.15Aber ihr Schwert wird in ihr Herz gehen, und ihr Bogen wird zerbrechen.16Das Wenige, das ein Gerechter hat, ist besser denn das große Gut vieler Gottlosen.17Denn der Gottlosen Arm wird zerbrechen; aber der HErr erhält die Gerechten.18Der HErr kennet die Tage der Frommen, und ihr Gut wird ewiglich bleiben.19Sie werden nicht zuschanden in der bösen Zeit, und in der Teurung werden sie genug haben.20Denn die Gottlosen werden umkommen, und die Feinde des HErrn, wenn sie gleich sind wie eine köstliche Aue, werden sie doch vergehen, wie der Rauch vergehet.21Der Gottlose borget und bezahlet nicht; der Gerechte aber ist barmherzig und milde.22Denn seine Gesegneten erben das Land; aber seine Verfluchten werden ausgerottet.23Von dem HErrn wird solches Mannes Gang gefördert und hat Lust an seinem Wege.24Fällt er, so wird er nicht weggeworfen; denn der HErr erhält ihn bei der Hand.25Ich bin jung gewesen und alt worden und habe noch nie gesehen den Gerechten verlassen oder seinen Samen nach Brot gehen.26Er ist allezeit barmherzig und leihet gerne; und sein Same wird gesegnet sein.27Laß vom Bösen und tue Gutes, und bleibe immerdar.28Denn der HErr hat das Recht lieb und verläßt seine Heiligen nicht; ewiglich werden sie bewahret; aber der Gottlosen Same wird ausgerottet.29Die Gerechten erben das Land und bleiben ewiglich drinnen.30Der Mund des Gerechten redet die Weisheit, und seine Zunge lehret das Recht.31Das Gesetz seines GOttes ist, in seinem Herzen, seine Tritte gleiten nicht.32Der Gottlose lauert auf den Gerechten und gedenkt ihn zu töten.33Aber der HErr läßt ihn nicht in seinen Händen und verdammt ihn nicht, wenn er verurteilt wird.34Harre auf den HErrn und halte seiner Weg, so wird er dich erhöhen, daß du das Land erbest; du wirst's sehen, daß die Gottlosen ausgerottet werden.35Ich habe gesehen einen Gottlosen, der war trotzig und breitete sich aus und grünete wie ein Lorbeerbaum.36Da man vorüberging, siehe, da war er dahin; ich fragte nach ihm, da ward er nirgend funden.37Bleibe fromm und halte dich recht, denn solchem wird's zuletzt wohlgehen.38Die Übertreter aber werden vertilget miteinander, und die Gottlosen werden zuletzt ausgerottet.39Aber der HErr hilft den Gerechten; der ist ihre Stärke in der Not.40Und der HErr wird ihnen beistehen und wird sie erretten; er wird sie von den Gottlosen erretten und ihnen helfen; denn sie trauen auf ihn.

Kapitel 38

Ein Psalm Davids zum Gedächtnis.1HErr, strafe mich nicht in deinem Zorn und züchtige mich nicht in deinem Grimm!2Denn deine Pfeile stecken in mir, und deine Hand drücket mich.3Es ist nichts Gesundes an meinem Leibe vor deinem Dräuen, und ist kein Friede in meinen Gebeinen vor meiner Sünde.4Denn meine Sünden gehen über mein Haupt, wie eine schwere Last sind sie mir zu schwer worden.5Meine Wunden stinken und eitern vor meiner Torheit.6Ich gehe krumm und sehr gebückt; den ganzen Tag gehe ich traurig.7Denn meine Lenden verdorren ganz, und ist nichts Gesundes an meinem Leibe.8Es ist mit mir gar anders und bin sehr zerstoßen. Ich heule vor Unruhe meines Herzens.9HErr, vor dir ist alle meine Begierde und mein Seufzen ist dir nicht verborgen.10Mein Herz bebet, meine Kraft hat mich verlassen, und das Licht meiner Augen ist nicht bei mir.11Meine Lieben und Freunde stehen gegen mich und scheuen meine Plage, und meine Nächsten treten ferne.12Und die mir nach der Seele stehen, stellen mir; und die mir übel wollen, reden, wie sie Schaden tun wollen, und gehen mit eitel Listen um.13Ich aber muß sein wie ein Tauber und nicht hören, und wie ein Stummer, der seinen Mund nicht auftut.14Und muß sein wie einer, der nicht höret und der keine Widerrede in seinem Munde hat.15Aber ich harre, HErr, auf dich; du, HErr, mein GOtt, wirst erhören.16Denn ich denke, daß sie ja sich nicht über mich freuen. Wenn mein Fuß wankete; würden sie sich hoch rühmen wider mich.17Denn ich bin zu Leiden gemacht, und mein Schmerz ist immer vor mir.18Denn ich zeige meine Missetat an und sorge für meine Sünde.19Aber meine Feinde leben und sind mächtig; die mich unbillig hassen, sind groß.20Und die mir Arges tun um Gutes, setzen sich wider mich, darum daß ich ob dem Guten halte.21Verlaß mich nicht, HErr, mein GOtt; sei nicht ferne von mir!22Eile mir beizustehen, HErr, meine Hilfe!

Kapitel 39

Ein Psalm Davids, vorzusingen, für Jeduthun.1Ich habe mir vorgesetzt, ich will mich hüten, daß ich nicht sündige mit meiner Zunge. Ich will meinen Mund zäumen, weil ich muß den Gottlosen so vor mir sehen.2Ich bin verstummet und still und schweige der Freuden und muß mein Leid in mich fressen.3Mein Herz ist entbrannt in meinem Leibe, und wenn ich dran gedenke, werde ich entzündet; ich rede mit meiner Zunge.4Aber, HErr, lehre doch mich, daß es ein Ende mit mir haben muß, und mein Leben ein Ziel hat und ich davon muß.5Siehe, meine Tage sind einer Hand breit bei dir, und mein Leben ist wie nichts vor dir. Wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher leben! Sela.6Sie gehen daher wie ein Schemen und machen ihnen viel vergeblicher Unruhe; sie sammeln und wissen nicht, wer es kriegen wird.7Nun, HErr, wes soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich.8Errette mich von aller meiner Sünde und laß mich nicht den Narren ein Spott werden.9Ich will schweigen und meinen Mund nicht auftun; du wirst's wohlmachen.10Wende deine Plage von mir; denn ich bin verschmachtet von der Strafe deiner Hand.11Wenn du einen züchtigest um der Sünde willen, so wird seine Schöne verzehret wie von Motten. Ach, wie gar nichts sind doch alle Menschen! Sela.12Höre mein Gebet, HErr, und vernimm mein Schreien und schweige nicht über meinen Tränen; denn ich bin beides, dein Pilgrim und dein Bürger, wie alle meine Väter.13Laß ab von mir, daß ich mich erquicke, ehe denn ich hinfahre und nicht mehr hie sei.



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