Die Bibel Martin Luther 1545

Der Psalter (Author Mose, David, Solomon, Asaphs, Heman, Ethan, sons of Korah, compiled by Esra)

Kapitel 49

1Höret zu, alle Völker; merket auf, alle, die in dieser Zeit leben,2beide gemein Mann und Herren, beide reich und arm miteinander.3Mein Mund soll von Weisheit reden und mein Herz von Verstand sagen.4Wir wollen einen guten Spruch hören und ein fein Gedicht auf der Harfe spielen.5Warum sollt ich mich fürchten in bösen Tagen, wenn mich die Missetat meiner Übertreter umgibt?6Die sich verlassen auf ihr Gut und trotzen auf ihren großen Reichtum.7Kann doch ein Bruder niemand erlösen noch GOtt jemand versöhnen;8denn es kostet zu viel, ihre Seele zu erlösen, daß er's muß lassen anstehen ewiglich,9ob er auch gleich lange lebet und die Grube nicht siehet.10Denn man wird sehen, daß solche Weisen doch sterben, sowohl als die Toren und Narren umkommen, und müssen ihr Gut andern lassen.11Das ist ihr Herz, daß ihre Häuser währen immerdar, ihre Wohnungen bleiben für und für und haben große Ehre auf Erden.12Dennoch können sie nicht bleiben in solcher Würde, sondern müssen davon wie ein Vieh.13Dies ihr Tun ist eitel Torheit; noch loben's ihre Nachkommen mit ihrem Munde Sela.14Sie liegen in der Hölle wie Schafe, der Tod naget sie; aber die Frommen werden gar bald über sie herrschen, und ihr Trotz muß vergehen, in der Hölle müssen sie bleiben.15Aber GOtt wird meine Seele erlösen aus der Hölle Gewalt; denn er hat mich angenommen. Sela.16Laß dich's nicht irren, ob einer reich wird, ob die Herrlichkeit seines Hauses groß wird.17Denn er wird nichts in seinem Sterben mitnehmen, und seine Herrlichkeit wird ihm nicht nachfahren.18sondern er tröstet sich dieses guten Lebens und preiset es, wenn einer nach guten Tagen trachtet.19So fahren sie ihren Vätern nach und sehen das Licht nimmermehr.20Kurz, wenn ein Mensch in der Würde ist und hat keinen Verstand, so fähret er davon wie ein Vieh.

Kapitel 50

Ein Psalm Assaphs.1GOtt der HErr, der Mächtige, redet und ruft der Welt von Aufgang der Sonne bis zum Niedergang.2Aus Zion bricht an der schöne Glanz GOttes.3Unser GOtt kommt und schweiget nicht. Fressend Feuer gehet vor ihm her und um ihn her ein groß Wetter.4Er ruft Himmel und Erde, daß er sein Volk richte.5Versammelt mir meine Heiligen, die den Bund mehr achten denn Opfer.6Und die Himmel werden seine Gerechtigkeit verkündigen; denn GOtt ist Richter. Sela.7Höre, mein Volk, laß mich reden, Israel; laß mich unter dir zeugen: Ich, GOtt, bin dein GOtt.8Deines Opfers halben strafe ich dich nicht; sind doch deine Brandopfer sonst immer vor mir.9Ich will nicht von deinem Hause Farren nehmen, noch Böcke aus deinen Ställen;10denn alle Tiere im Walde sind mein und Vieh auf den Bergen, da sie bei tausend gehen.11Ich kenne alles Gevögel auf den Bergen, und allerlei Tier auf dem Felde ist vor mir.12Wo mich hungerte, wollt ich dir nicht davon sagen; denn der Erdboden ist mein und alles, was drinnen ist.13Meinest du, daß ich Ochsenfleisch essen wolle, oder Bocksblut trinken?14Opfere GOtt Dank und bezahle dem Höchsten deine Gelübde!15Und rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, so sollst du mich preisen.16Aber zum Gottlosen spricht GOtt: Was verkündigest du meine Rechte und nimmst meinen Bund in deinen Mund,17so du doch Zucht hassest und wirfst meine Worte hinter dich?18Wenn du einen Dieb siehest, so läufst du mit ihm und hast Gemeinschaft mit den Ehebrechern.19Dein Maul lässest du Böses reden, und deine Zunge treibet Falschheit.20Du sitzest und redest wider deinen Bruder, deiner Mutter Sohn verleumdest du.21Das tust du, und ich schweige. Da meinest du, ich werde sein gleich wie du. Aber ich will dich strafen und will dir's unter Augen stellen.22Merket doch das, die ihr GOttes vergesset, daß ich nicht einmal hinreiße, und sei kein Retter mehr da.23Wer Dank opfert, der preiset mich; und da ist der Weg, daß ich ihm zeige das Heil GOttes.

Kapitel 51

Ein Psalm Davids, vorzusingen, da der Prophet Nathan zu ihm kam, als er war zu Bathseba eingegangen.1GOtt, sei mir gnädig nach deiner Güte und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit!2Wasche mich wohl von meiner Missetat und reinige mich von meiner Sünde!3Denn ich erkenne meine Missetat, und meine Sünde ist immer vor mir.4An dir allein hab ich gesündiget und übel vor dir getan, auf daß du recht behaltest in deinen Worten und rein bleibest, wenn du gerichtet wirst.5Siehe, ich bin aus sündlichem Samen gezeuget, und meine Mutter hat mich in Sünden empfangen.6Siehe, du hast Lust zur Wahrheit, die im Verborgenen liegt; du lässest mich wissen die heimliche Weisheit.7Entsündige mich mit Ysopen, daß ich rein werde; wasche mich, daß ich schneeweiß werde.8Laß mich hören Freude und Wonne, daß die Gebeine fröhlich werden, die du zerschlagen hast.9Verbirg dein Antlitz von meinen Sünden und tilge alle meine Missetat.10Schaffe in mir, GOtt, ein rein Herz und gib mir einen neuen, gewissen Geist.11Verwirf mich nicht von deinem Angesichte und nimm deinen Heiligen Geist nicht von mir.12Tröste mich wieder mit deiner Hilfe, und der freudige Geist enthalte mich.13Denn ich will die Übertreter deine Wege lehren, daß sich die Sünder zu dir bekehren.14Errette mich von den Blutschulden, GOtt, der du mein GOtt und Heiland bist, daß meine Zunge deine Gerechtigkeit rühme.15HErr, tue meine Lippen auf, daß mein Mund deinen Ruhm verkündige!16Denn du hast nicht Lust zum Opfer, ich wollte dir's sonst wohl geben; und Brandopfer gefallen dir nicht.17Die Opfer, die GOtt gefallen, sind ein geängsteter Geist; ein geängstet und zerschlagen Herz wirst du, GOtt, nicht verachten.18Tue wohl an Zion nach deiner Gnade; baue die Mauern zu Jerusalem!19Dann werden dir gefallen die Opfer der Gerechtigkeit, die Brandopfer und ganzen Opfer; dann wird man Farren auf deinem Altar opfern.



Original from luther-bibel-1545.de. Used with their permission and encouragement.