Die Bibel Martin Luther 1545

Der Psalter (Author Mose, David, Solomon, Asaphs, Heman, Ethan, sons of Korah, compiled by Esra)

Kapitel 73

1Israel hat dennoch GOtt zum Trost, wer nur reines Herzens ist.2Ich aber hätte schier gestrauchelt mit meinen Füßen, mein Tritt hätte beinahe geglitten.3Denn es verdroß mich auf die Ruhmredigen, da ich sah, daß es den Gottlosen so wohl ging.4Denn sie sind in keiner Fahr des Todes, sondern stehen fest wie ein Palast.5Sie sind nicht in Unglück wie andere Leute und werden nicht wie andere Menschen geplagt.6Darum muß ihr Trotzen köstlich Ding sein, und ihr Frevel muß wohlgetan heißen.7Ihre Person brüstet sich wie ein fetter Wanst; sie tun, was sie nur gedenken.8Sie vernichten alles und reden übel davon, und reden und lästern hoch her.9Was sie reden, das muß vom Himmel herab geredet sein; was sie sagen, das muß gelten auf Erden.10Darum fällt ihnen ihr Pöbel zu und laufen ihnen zu mit Haufen wie Wasser11und sprechen: Was sollte GOtt nach jenen fragen? Was sollte der Höchste ihrer achten?12Siehe, das sind die Gottlosen; die sind glückselig in der Welt und werden reich.13Soll's denn umsonst sein, daß mein Herz unsträflich lebt und ich meine Hände in Unschuld wasche14und bin geplagt täglich, und meine Strafe ist alle Morgen da?15Ich hätte auch schier so gesagt wie sie; aber siehe, damit hätte ich verdammt alle deine Kinder, die je gewesen sind.16Ich gedacht ihm nach, daß ich's begreifen möchte; aber es war mir zu schwer17bis daß ich ging in das Heiligtum GOttes und merkte auf ihr Ende.18Aber du setzest sie aufs Schlüpfrige und stürzest sie zu Boden.19Wie werden sie so plötzlich zunichte! Sie gehen unter und nehmen ein Ende mit Schrecken.20Wie ein Traum, wenn einer erwachet, so machst du, HErr, ihr Bild in der Stadt verschmähet.21Aber es tut mir wehe im Herzen und sticht mich in meinen Nieren,22daß ich muß ein Narr sein und nichts wissen und muß wie ein Tier sein vor dir.23Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand,24du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich endlich mit Ehren an.25Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde.26Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, GOtt, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil.27Denn, siehe, die von dir weichen, werden umkommen; du bringest um alle, die wider dich huren.28Aber das ist meine Freude, daß ich mich zu GOtt halte und meine Zuversicht setze auf den HErrn HErrn, daß ich verkündige all dein Tun.

Kapitel 74

Eine Unterweisung Assaphs.1GOtt, warum verstößest du uns so gar und bist so grimmig zornig über die Schafe deiner Weide?2Gedenk an deine Gemeine, die du vor alters erworben und dir zum Erbteil erlöset hast, an den Berg Zion, da du auf wohnest.3Tritt auf sie mit Füßen und stoße sie gar zu Boden. Der Feind hat alles verderbet im Heiligtum.4Deine Widerwärtigen brüllen in deinen Häusern und setzen ihre Götzen drein.5Man siehet die Äxte oben her blicken, wie man in einen Wald hauet,6und zerhauen alle seine Tafelwerke mit Beil und Barten.7Sie verbrennen dein Heiligtum, sie entweihen die Wohnung deines Namens zu Boden.8Sie sprechen in ihrem Herzen: Laßt uns sie plündern! Sie verbrennen alle Häuser GOttes im Lande.9Unsere Zeichen sehen wir nicht, und kein Prophet predigt mehr, und kein Lehrer lehret uns mehr.10Ach, GOtt, wie lange soll der Widerwärtige schmähen und der Feind deinen Namen so gar verlästern?11Warum wendest du deine Hand ab und deine Rechte von deinem Schoß so gar?12Aber GOtt ist mein König von alters her, der alle Hilfe tut, so auf Erden geschieht.13Du zertrennest das Meer durch deine Kraft und zerbrichst die Köpfe der Drachen im Wasser.14Du zerschlägst die Köpfe der Walfische und gibst sie zur Speise dem Volk in der Einöde.15Du lässest quellen Brunnen und Bäche; du lässest versiegen starke Ströme.16Tag und Nacht ist dein; du machest, daß beide Sonn und Gestirn ihren gewissen Lauf haben.17Du setzest einem jeglichen Lande seine Grenze; Sommer und Winter machest du.18So gedenke doch des, daß der Feind den HErrn schmähet, und ein töricht Volk lästert deinen Namen.19Du wollest nicht dem Tier geben die Seele deiner Turteltaube und deiner elenden Tiere nicht so gar vergessen.20Gedenk an den Bund; denn das Land ist allenthalben jämmerlich verheeret, und die Häuser sind zerrissen.21Laß den Geringen nicht mit Schanden davongehen, denn die Armen und Elenden rühmen deinen Namen.22Mache dich auf, GOtt, und führe aus deine Sache; gedenk an die Schmach, die dir täglich von den Toren widerfähret.23Vergiß nicht des Geschreies deiner Feinde; das Toben deiner Widerwärtigen wird je länger je größer.

Kapitel 75

Ein Psalm und Lied Assaphs, daß er nicht umkäme, vorzusingen.1Wir danken dir, GOtt, wir danken dir und verkündigen deine Wunder, daß dein Name so nahe ist.2Denn zu seiner Zeit so werde ich recht richten.3Das Land zittert und alle, die drinnen wohnen; aber ich halte seine Säulen fest. Sela.4Ich sprach zu den Ruhmredigen: Rühmet nicht so! und zu den Gottlosen: Pochet nicht auf Gewalt!5Pochet nicht so hoch auf eure Gewalt, redet nicht halsstarrig,6es habe keine Not, weder von Aufgang noch von Niedergang, noch von dem Gebirge in der Wüste.7Denn GOtt ist Richter, der diesen niedriget und jenen erhöhet.8Denn der HErr hat einen Becher in der Hand und mit starkem Wein voll eingeschenkt und schenkt aus demselben; aber die Gottlosen müssen alle trinken und die Hefen aussaufen.9Ich aber will verkündigen ewiglich und lobsingen dem GOtt Jakobs.10Und will alle Gewalt der Gottlosen zerbrechen, daß die Gewalt des Gerechten erhöhet werde.



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