Die Bibel Martin Luther 1545

Der Psalter (Author Mose, David, Solomon, Asaphs, Heman, Ethan, sons of Korah, compiled by Esra)

Kapitel 76

1GOtt ist in Juda bekannt, in Israel ist sein Name herrlich.2Zu Salem ist sein Gezelt und seine Wohnung zu Zion.3Daselbst zerbricht er die Pfeile des Bogens, Schild, Schwert und Streit. Sela.4Du bist herrlicher und mächtiger denn die Raubeberge.5Die Stolzen müssen beraubet werden und entschlafen, und alle Krieger müssen die Hände lassen sinken.6Von deinem Schelten, GOtt Jakobs, sinkt in Schlaf beide Roß und Wagen.7Du bist erschrecklich. Wer kann vor dir stehen, wenn du zürnest?8Wenn du das Urteil lässest hören vom Himmel, so erschrickt das Erdreich und wird still,9wenn GOtt sich aufmacht, zu richten, daß er helfe allen Elenden auf Erden. Sela.10Wenn Menschen wider dich wüten, so legest du Ehre ein; und wenn sie noch mehr wüten, bist du auch noch gerüstet.11Gelobet und haltet dem HErrn eurem GOtt, alle, die ihr um ihn her seid; bringet Geschenke dem Schrecklichen,12der den Fürsten den Mut nimmt und schrecklich ist unter den Königen auf Erden.

Kapitel 77

Ein Psalm Assaphs für Jeduthun, vorzusingen.1Ich schreie mit meiner Stimme zu GOtt; zu GOtt schreie ich, und er erhöret mich.2In der Zeit meiner Not suche ich den HErrn; meine Hand ist des Nachts ausgereckt und läßt nicht ab; denn meine Seele will sich nicht trösten lassen.3Wenn ich betrübt bin, so denke ich an GOtt; wenn mein Herz in Ängsten ist; so rede ich. Sela.4Meine Augen hältst du, daß sie wachen; ich bin so ohnmächtig, daß ich nicht reden kann.5Ich denke der alten Zeit, der vorigen Jahre.6Ich denke des Nachts an mein Saitenspiel und rede mit meinem Herzen; mein Geist muß forschen.7Wird denn der HErr ewiglich verstoßen und keine Gnade mehr erzeigen?8Ist's denn ganz und gar aus mit seiner Güte? und hat die Verheißung ein Ende?9Hat denn GOtt vergessen, gnädig zu sein, und seine Barmherzigkeit vor Zorn verschlossen? Sela.10Aber doch sprach ich: Ich muß das leiden; die rechte Hand des Höchsten kann alles ändern.11Darum gedenk ich an die Taten des HErrn; ja, ich gedenke an deine vorigen Wunder12und rede von allen deinen Werken und sage von deinem Tun.13GOtt dein Weg ist heilig. Wo ist so ein mächtiger GOtt, als du, GOtt, bist?14Du bist der GOtt, der Wunder tut; du hast deine Macht beweiset unter den Völkern.15Du hast dein Volk erlöset gewaltiglich, die Kinder Jakobs und Josephs. Sela.16Die Wasser sahen dich, GOtt; die Wasser sahen dich und ängsteten sich, und die Tiefen tobeten.17Die dicken Wolken gossen Wasser; die Wolken donnerten, und die Strahlen führen daher.18Es donnerte im Himmel; deine Blitze leuchteten auf dem Erdboden; das Erdreich regte sich und bebete davon.19Dein Weg war im Meer und dein Pfad in großen Wassern, und man spürete doch deinen Fuß nicht.20Du führetest dein Volk wie eine Herde Schafe durch Mose und Aaron.

Kapitel 78

Eine Unterweisung Assaphs.1Höre, mein Volk, mein Gesetz; neiget eure Ohren zu der Rede meines Mundes!2Ich will meinen Mund auftun zu Sprüchen und alte Geschichte aussprechen,3die wir gehöret haben und wissen und unsere Väter uns erzählet haben,4daß wir's nicht verhalten sollen ihren Kindern, die hernach kommen, und verkündigen den Ruhm des HErrn und seine Macht und Wunder, die er getan hat.5Er richtete ein Zeugnis auf in Jakob und gab ein Gesetz in Israel, das er unsern Vätern gebot, zu lehren ihre Kinder,6auf daß die Nachkommen lerneten und die Kinder, die noch sollten geboren werden, wenn sie aufkämen, daß sie es auch ihren Kindern verkündigten,7daß sie setzten auf GOtt ihre Hoffnung und nicht vergäßen der Taten GOttes und seine Gebote hielten,8und nicht würden wie ihre Väter, eine abtrünnige und ungehorsame Art, welchen ihr Herz nicht fest war, und ihr Geist nicht treulich hielt an GOtt;9wie die Kinder Ephraim, so geharnischt den Bogen führeten, abfielen zur Zeit des Streits.10Sie hielten den Bund GOttes nicht und wollten nicht in seinem Gesetz wandeln,11und vergaßen seiner Taten und seiner Wunder, die er ihnen erzeiget hatte.12Vor ihren Vätern tat er Wunder in Ägyptenland, im Felde Zoan.13Er zerteilete das Meer und ließ sie durchhin gehen; und stellete das Wasser wie eine Mauer.14Er leitete sie des Tages mit einer Wolke und des Nachts mit einem hellen Feuer.15Er riß die Felsen in der Wüste und tränkete sie mit Wasser die Fülle;16und ließ Bäche aus dem Felsen fließen, daß sie hinabflossen wie Wasserströme.17Noch sündigten sie weiter wider ihn und erzürneten den höchsten in der Wüste;18und versuchten GOtt in ihrem Herzen, daß sie Speise forderten für ihre Seelen;19und redeten wider GOtt und sprachen: Ja, GOtt sollte wohl können einen Tisch bereiten in der Wüste!20Siehe, er hat wohl den Felsen geschlagen, daß Wasser flossen und Bäche sich ergossen; aber wie kann er Brot geben und seinem Volk Fleisch verschaffen?21Da nun das der HErr hörete, entbrannte er, und Feuer ging an in Jakob und Zorn kam über Israel,22daß sie nicht glaubeten an GOtt und hoffeten nicht auf seine Hilfe.23Und er gebot den Wolken droben und tat auf die Türen des Himmels;24und ließ das Man auf sie regnen, zu essen, und gab ihnen Himmelbrot.25Sie aßen Engelbrot; er sandte ihnen Speise die Fülle.26Er ließ weben den Ostwind unter dem Himmel und erregte durch seine Stärke den Südwind.27Und ließ Fleisch auf sie regnen wie Staub und Vögel wie Sand am Meer;28und ließ sie fallen unter ihr Lager allenthalben, da sie wohneten.29Da aßen sie und wurden allzu satt; er ließ sie ihre Lust büßen.30Da sie nun ihre Lust gebüßet hatten und sie noch davon aßen,31da kam der Zorn GOttes über sie und erwürgete die Vornehmsten unter ihnen und schlug danieder die Besten in Israel.32Aber über das alles sündigten sie noch mehr und glaubten nicht an seine Wunder.33Darum ließ er sie dahinsterben, daß sie nichts erlangeten, und mußten ihr Leben lang geplaget sein.34Wenn er sie erwürgete, suchten sie ihn und kehreten sich frühe zu GOtt35und gedachten, daß GOtt ihr Hort ist und GOtt der Höchste ihr Erlöser ist,36und heuchelten ihm mit ihrem Munde und logen ihm mit ihrer Zunge.37Aber ihr Herz war nicht fest an ihm und hielten nicht treulich an seinem Bunde.38Er aber war barmherzig und vergab die Missetat und vertilgte sie nicht; und wendete oft seinen Zorn ab und ließ nicht seinen ganzen Zorn gehen.39Denn er gedachte, daß sie Fleisch sind, ein Wind, der dahinfähret und nicht wiederkommt.40Sie erzürneten ihn gar oft in der Wüste und entrüsteten ihn in der Einöde.41Sie versuchten GOtt immer wieder und meisterten den Heiligen in Israel.42Sie dachten nicht an seine Hand des Tages, da er sie erlösete von den Feinden,43wie er denn seine Zeichen in Ägypten getan hatte und seine Wunder im Lande Zoan,44da er ihr Wasser in Blut wandelte, daß sie ihre Bäche nicht trinken konnten;45da er Ungeziefer unter sie schickte, die sie fraßen, und Kröten, die sie verderbeten,46und gab ihr Gewächs den Raupen und ihre Saat den Heuschrecken;47da er ihre Weinstöcke mit Hagel schlug und ihre Maulbeerbäume mit Schloßen;48da er ihr Vieh schlug mit Hagel und ihre Herden mit Strahlen;49da er böse Engel unter sie sandte in seinem grimmigen Zorn und ließ sie toben und wüten und Leid tun;50da er seinen Zorn ließ fortgehen und ihre Seelen vor dem Tode nicht verschonete und ließ ihr Vieh an der Pestilenz sterben;51da er alle Erstgeburt in Ägypten schlug, die ersten Erben in den Hütten Hams.52Und ließ sein Volk ausziehen wie Schafe und führete sie wie eine Herde in der Wüste.53Und er leitete sie sicher, daß sie sich nicht fürchteten; aber ihre Feinde bedeckte das Meer.54Und brachte sie in seine heilige Grenze, zu diesem Berge, den seine Rechte erworben hat.55Und vor ihnen her die Völker und ließ ihnen das Erbe austeilen und ließ in jener Hütten die Stämme Israels wohnen.56Aber sie versuchten und erzürneten GOtt, den Höchsten, und hielten seine Zeugnisse nicht;57und fielen zurück und verachteten alles, wie ihre Väter, und hielten nicht, gleichwie ein loser Bogen;58und erzürneten ihn mit ihren Höhen und reizeten ihn mit ihren Götzen.59Und da das GOtt hörete, entbrannte er und verwarf Israel sehr,60daß er Seine Wohnung zu Silo ließ fahren, die Hütte, da er unter Menschen wohnete;61und gab ihre Macht ins Gefängnis und ihre Herrlichkeit in die Hand des Feindes;62und übergab sein Volk ins Schwert und entbrannte über sein Erbe.63Ihre junge Mannschaft fraß das Feuer, und ihre Jungfrauen mußten ungefreiet bleiben.64Ihre Priester fielen durchs Schwert, und waren keine Witwen, die da weinen sollten.65Und der HErr erwachte wie ein Schlafender, wie ein Starker jauchzet, der vom Wein kommt,66und schlug seine Feinde von hinten und hängete ihnen eine ewige Schande an.67Und verwarf die Hütte Josephs und erwählte nicht den Stamm Ephraim,68sondern erwählete den Stamm Juda, den Berg Zion, welchen er liebte.69Und bauete sein Heiligtum hoch, wie ein Land, das ewiglich fest stehen soll.70Und erwählete seinen Knecht David und nahm ihn von den Schafställen;71von den säugenden Schafen holte er ihn, daß er sein Volk Jakob weiden sollte und sein Erbe Israel.72Und er weidete sie auch mit aller Treue und regierte sie mit allem Fleiß.



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