Die Bibel Martin Luther 1545

Der Psalter (Author Mose, David, Solomon, Asaphs, Heman, Ethan, sons of Korah, compiled by Esra)

Kapitel 79

1HErr, es sind Heiden in dein Erbe gefallen, die haben deinen heiligen Tempel verunreiniget und aus Jerusalem Steinhaufen gemacht.2Sie haben die Leichname deiner Knechte den Vögeln unter dem Himmel zu fressen gegeben und das Fleisch deiner Heiligen den Tieren im Lande.3Sie haben Blut vergossen um Jerusalem her wie Wasser; und war niemand, der begrub.4Wir sind unsern Nachbarn eine Schmach worden, ein Spott und Hohn denen, die um uns sind.5HErr, wie lange willst du so gar zürnen und deinen Eifer wie Feuer brennen lassen?6Schütte deinen Grimm auf die Heiden, die dich nicht kennen, und auf die Königreiche, die deinen Namen nicht anrufen.7Denn sie haben Jakob aufgefressen und seine Häuser verwüstet.8Gedenke nicht unserer vorigen Missetat; erbarm dich unser bald, denn wir sind fast dünne worden.9Hilf du uns, GOtt, unser Helfer, um deines Namens Ehre willen; errette uns und vergib uns unsere Sünde um deines Namens willen!10Warum lässest du die Heiden sagen: Wo ist nun ihr GOtt? Laß unter den Heiden vor unsern Augen kund werden die Rache des Bluts deiner Knechte, das vergossen ist.11Laß vor dich kommen das Seufzen der Gefangenen; nach deinem großen Arm behalte die Kinder des Todes.12Und vergilt unsern Nachbarn siebenfältig in ihren Busen ihre Schmach, damit sie dich, HErr, geschmähet haben.13Wir aber, dein Volk und Schafe deiner Weide, danken dir ewiglich und verkündigen deinen Ruhm für und für.

Kapitel 80

Ein Psalm Assaphs von den Spanrosen, vorzusingen.1Du Hirte Israels, höre, der du Joseph hütest wie der Schafe; erscheine, der du sitzest über Cherubim!2Erwecke deine Gewalt, der du vor Ephraim, Benjamin und Manasse bist, und komm uns zu Hilfe!3GOtt, tröste uns und laß leuchten dein Antlitz, so genesen wir.4HErr, GOtt Zebaoth, wie lange willst du zürnen über dem Gebet deines Volks?5Du speisest sie mit Tränenbrot und tränkest sie mit großem Maß voll Tränen.6Du setzest uns unsern Nachbarn zum Zank, und unsere Feinde spotten unser.7GOtt Zebaoth, tröste uns! Laß leuchten dein Antlitz, so genesen wir.8Du hast einen Weinstock aus Ägypten geholet und hast vertrieben die Heiden und denselben gepflanzet.9Du hast vor ihm die Bahn gemacht und hast ihn lassen einwurzeln, daß er das Land erfüllet hat.10Berge sind mit seinem Schatten bedeckt und mit seinen Reben die Zedern GOttes.11Du hast sein Gewächs ausgebreitet bis ans Meer und seine Zweige bis ans Wasser.12Warum hast du denn seinen Zaun zerbrochen, daß ihn zerreißet alles, das vorübergehet?13Es haben ihn zerwühlet die wilden Säue, und die wilden Tiere haben ihn verderbet.14GOtt Zebaoth, wende dich doch, schaue vom Himmel und siehe an und suche heim diesen Weinstock15und halt ihn im Bau, den deine Rechte gepflanzet hat, und den du dir festiglich erwählet hast.16Siehe drein und schilt, daß des Brennens und Reißens ein Ende werde!17Deine Hand schütze das Volk deiner Rechten und die Leute, die du dir festiglich erwählet hast,18so wollen wir nicht von dir weichen. Laß uns leben, so wollen wir deinen Namen anrufen.19HErr, GOtt Zebaoth, tröste uns! Laß dein Antlitz leuchten, so genesen wir.

Kapitel 81

Auf der Githith vorzusingen: Assaph.1Singet fröhlich GOtt, der unsere Stärke ist; jauchzet dem GOtt Jakobs!2Nehmet die Psalmen und gebet her die Pauken, liebliche Harfen mit Psalter.3Blaset im Neumonden die Posaunen, in unserm Fest der Laubrüste.4Denn solches ist eine Weise in Israel und ein Recht des GOttes Jakobs.5Solches hat er zum Zeugnis gesetzt unter Joseph, da sie aus Ägyptenland zogen, und fremde Sprache gehöret hatten,6da ich ihre Schulter von der Last entlediget hatte, und ihre Hände der Töpfe los wurden.7Da du mich in der Not anriefest, half ich dir aus; und erhörete dich, da dich das Wetter überfiel, und versuchte dich am Haderwasser. Sela.8Höre, mein Volk, ich will unter dir zeugen; Israel, du sollst mich hören,9daß unter dir kein anderer GOtt sei, und du keinen fremden GOtt anbetest.10Ich bin der HErr, dein GOtt, der dich aus Ägyptenland geführet hat. Tue deinen Mund weit auf, laß mich ihn füllen!11Aber mein Volk gehorcht nicht meiner Stimme, und Israel will mein nicht.12So hab ich sie gelassen in ihres Herzens Dünkel, daß sie wandeln nach ihrem Rat.13Wollte mein Volk mir gehorsam sein und Israel auf meinem Wege gehen,14so wollte ich ihre Feinde bald dämpfen und meine Hand über ihre Widerwärtigen wenden;15und die den HErrn hassen, müßten an ihm fehlen; ihre Zeit aber würde ewiglich währen.16Und ich würde sie mit dem besten Weizen speisen und mit Honig aus dem Felsen sättigen.



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